Weiter so funktioniert nicht mehr!
Als Schul- und Kitasupervisorin bekomme ich jedes Jahr deutlicher zu spüren, dass das Bildungssystem versagt.
Und es liegt eindeutig nicht an den vielen engagierten Fachkräften, die mir täglich begegnen.
Das Bauchgefühl sagt uns allen: Es ist irgendwas anders. Die alte Idee von Kita und Schule taugt im Alltag nicht. Es gibt ein systemisches Problem.
Dieser Vortrag fasst in einer halben Stunde außerordentlich gut zusammen, was sich verändert hat. Und gibt dadurch recht zielgerichtete Handlungsperspektiven bzw. Begründungen, wenn mal wieder „mehr Geld“ gefordert wird.
Videobeschreibung bei Youtube:
„Aladin El-Mafaalani, Soziologe und Professor für Migrations- und Bildungssoziologie, nimmt kein Blatt vor den Mund: Das deutsche Bildungssystem steckt tief in der Krise – und das nicht erst seit der Pandemie. 📌 Die alarmierenden Fakten: ✅ Seit 10 Jahren verschlechtern sich die Bildungsleistungen in allen Bundesländern und Jahrgangsstufen. ✅ Das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen nimmt dramatisch ab – Ängste, Stress und fehlender Optimismus sind auf einem Höchststand. ✅ Über 50 % der Schüler:innen haben keinen Erwachsenen, auf den sie sich verlassen können. ✅ Die Zahl der Kinder in Armut bleibt hoch – aber ihre Situation ist heute trostloser als früher. ✅ Digitalisierung als Chance? Fehlanzeige! Während Risiken wie früher Kontakt mit problematischen Inhalten zunehmen, bleibt der digitale Fortschritt im Bildungsbereich aus.
Kita und Schule neu denken
Hier in aller Kürze mein Fazit:
- Kita und Schule übernehmen Aufgaben der Familie – wie kann das systemisch umgesetzt werden? Was braucht es für Struktur und Angebote, wenn Familie nicht mehr als zuarbeitende Insitution gedacht wird?
- Mehr Personal und Geld für die wenigen Kinder, die wir noch haben und für deren beste Bildung
- Kein Sieben mehr und in Kauf nehmen, dass Kinder ohne Bildung / Schulabschluss sind
- ehrenamtliche Paten für jedes Kind, da Familie als tragendes System abnimmt und es genügend Rentner*innen gibt!
Wie könnte also Schule der Zukunft aussehen?
Seit Jahren arbeite ich mit vielen freien Schulen zusammen und dort wird viel experimentiert. Es werden neue Wege beschritten, insbesondere die Förderung aller Kinder und die Zusammenarbeit mit Eltern ist viel engagierter und aufwändiger, als ich das aus den meisten traditionellen Schulen kenne. Viele dieser Schulen leben schon ein Stück Fortschritt…
Eine Schule, die es besonders konsequent angegangen ist und Erfolge feiert, gibt es ebenfalls:
„beWirken“ beschreibt es so:
„Eine Schule ohne Klassen, ohne 45-Minutentakt, ohne Unterricht, ohne Noten bis Klasse 8 – und trotzdem mit hervorragenden Ergebnissen! 🤩
Die Alemannenschule Wutöschingen stellt Neugier, Freude und die Lust am Lernen ins Zentrum und ist im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt für ihr wegweisendes Konzept. Sie ist eine öffentliche Gemeinschaftsschule, die Schülerschaft ist heterogen. Ihre Ergebnisse in Lernvergleichsstudien und die Abitur-Durchschnittsnoten sind glänzend und zeigen: Dieses radikal andere Lernkonzept funktioniert!
𝐖𝐚𝐬 𝐦𝐚𝐜𝐡𝐭 𝐝𝐢𝐞 𝐀𝐥𝐞𝐦𝐚𝐧𝐧𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐮𝐥𝐞 𝐬𝐨 𝐛𝐞𝐬𝐨𝐧𝐝𝐞𝐫𝐬?
✨ Selbstorganisiertes Lernen in flexiblen Räumen
🤝 Lehrkräfte als „Lernbegleiter*innen“, die 35 Zeitstunden pro Woche in der Schule anwesend sind (aber nur 12 Stunden in „Inputs“ unterrichten)
🙌 wöchentliches 1:1-Coaching als zentrales Element der Lernbegleitung
🛋️ „Lernateliers“ (Flüsterzonen mit individuellen Arbeitsplätzen) + „Marktplätze“ (Co-Working-Spaces zum gemeinsamen Lernen)
💻 digitale Lernumgebung (DiLer) sowie iPads für alle
📊 individuelle Lernpläne und verschiedene Niveaustufen statt Einheitsunterricht
🎯 Kompetenzraster (eine Art Lernerfolgskarte mit Lernzielen) und „Gelingensnachweise” statt Klassenarbeiten
🏆 Graduierung statt Disziplinierung: in einem Levelsystem kann man sich von der Neustarterin zum Lernprofi entwickeln und mehr Freiheiten erarbeiten
⏰ Ganztagsrhythmus statt 45-Minuten-Takt
🌳 Nebenfächer als „Clubs“ für kooperatives Lernen und „Lernen durch Erleben“ (auch an außerschulischen Orten)
Eine Schule, die den Lernenden ganz viel Freiheit bietet.
In dem 📖 Buch „𝐃𝐚𝐬 𝐤ö𝐧𝐧𝐭𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐮𝐥𝐞 𝐦𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧“ schildert der frisch pensionierte Alemannenschulleiter Stefan Ruppaner zusammen mit der Journalistin Willers Anke den steinigen Weg dorthin: wie er beim abendlichen Zappen zufällig bei einer Doku über innovative Schulen landete, die ihn inspirierte. Wie er sein Kollegium und den Bürgermeister überzeugte, aber von den Behörden immer wieder gepiesackt wurde. Wie er sich vom Schweizer Schulinnovater Peter Fratton beraten ließ und neue Schulhäuser baute. Wie er aus einer Brennpunktschule schließlich eine preisgekrönte Gemeinschaftsschule mit Oberstufe machte.
In dieser locker von der Leber weg erzählten Geschichte steckt sehr viel Ermutigendes. Nicht alles lässt sich eins zu eins übertragen – vieles aber schon! „Ich bin überzeugt: Uns kann man nachmachen! Überall!”, sagt Ruppaner. Tatsächlich ist die Schule heute schon eine Art Blaupause für viele andere – und passt wunderbar in den Reigen der innovativen Schulen, die wir in unserem Episodenfilm „UnLearn School“ vorstellen.“
https://www.linkedin.com/posts/bewirken_unlearnschool-schulederzukunft-unterrichtistalleraesbelanfang-activity-7310937376728526848-R6yZ?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAABR-NXgBLZdGYKdhPt7fw0hlFeqKwhYgcIo

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